Erleb­nis­päd­agogik-Ver­ständnis

Erleb­nis­päd­agogik-Ver­ständnis

UNSER VER­STÄNDNIS VON ERLEB­NIS­PÄD­AGOGIK UND UNSERE ARBEITSWEISE

Uns ist zunächst wichtig, dass Erleb­nis­päd­agogik nicht mit Aben­teu­er­sport oder Sur­vival gleich­ge­setzt werden kann. Es ist nicht das Ziel Erleb­nisse zu machen, sondern es geht darum Erleb­nisse zu nutzen, um Räume für Ver­än­de­rungs­pro­zesse zu öffnen. Diese Ver­än­de­rungs­pro­zesse können sowohl die Ein­zel­per­sonen als auch die Gruppe betreffen. Erleb­nis­päd­ago­gische Pro­gramme sind keine Anein­an­der­reihung von aben­teu­er­sport­lichen Aktionen, sondern kom­plexe Gebilde aus Aktionen, Reflexion (darüber sprechen) und Transfer (Über­tragung in den Alltag). Diese Aspekte finden sich auch in der Infor­ma­ti­ons­bro­schüre des Bun­des­verband Indi­vidual- und Erleb­nis­päd­agogik (be) zum Thema „Erleb­nis­päd­agogik mit Qua­lität“. Darüber hinaus wird Erleb­nis­päd­agogik darin fol­gen­der­maßen beschrieben:

Abbildung 1: Defi­nition Erleb­nis­päd­agogik[1]

Diese grund­le­genden Aus­sagen zur Erleb­nis­päd­agogik sind uns in unserer Arbeit mit unter­schied­lichen Ziel­gruppen wichtig.  Dabei legen wir ein beson­deres Augenmerk auf erleb­nis­päd­ago­gische Pro­gramme, die mit geringem Orga­ni­sa­tions- und über­schau­barem Mate­ri­al­aufwand durch­ge­führt werden können. Als Pro­zess­be­gleiter, Räume-Öffner und Ermög­licher nehmen wir die Teil­neh­menden eines erleb­nis­päd­ago­gi­schen Pro­grammes in ihrer Indi­vi­dua­lität und in ihren Kon­texten (Sys­temen) wahr. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir weder Wissen „ver­mitteln“ noch Ver­än­de­rungen „machen“ können. Deshalb wollen wir mit unter­schied­lichen Aktionen und Methoden Räume für Erfah­rungen und damit Chancen für Ver­än­de­rungs­pro­zesse öffnen. Wir begleiten die Gruppen und Ein­zel­per­sonen in ihren jewei­ligen Pro­zessen und greifen auf, was sie bewegt. Geprägt vom christlich-huma­nis­ti­schen Men­schenbild betonen wir den Wert des ein­zelnen Men­schen und setzen auf christ­liche Werte wie Nächs­ten­liebe, Gewalt­lo­sigkeit und die Stärke der Ver­gebung.  Wir achten als Erleb­nis­päd­agogen darauf unser Reper­toire an Methoden stetig zu erweitern und neues Wissen zu erwerben. Wir wollen uns selbst, als zen­traler Ein­fluss­faktor auf die Pro­zesse während erleb­nis­päd­ago­gi­scher Pro­gramme, mit unseren Stärken und Schwächen immer besser ken­nen­lernen. Wir wollen immer mehr eine Haltung der Wert­schätzung, Neugier, All­par­tei­lichkeit, Freude etc. ent­wi­ckeln[2]

Wichtig ist uns auch die Achtung vor und die Bewahrung der Schöpfung. Wir wollen auf aktuelle gesell­schaft­liche Her­aus­for­de­rungen reagieren und in unserer Arbeit auf öko­lo­gische Aspekte und Nach­hal­tigkeit achten. Wir hin­ter­lassen Orte, die wir in unseren Pro­grammen auf­ge­sucht haben, sauber, nehmen Rück­sicht auf Natur­schutz­zonen sowie geschützte Pflanzen und Tier­arten und bilden, soweit möglich, Fahr­ge­mein­schaften. Es ist uns wichtig im Rahmen unserer Tätigkeit die Teil­neh­menden für die Natur zu begeistern, Natur­wahr­nehmung zu ermög­lichen, ein Ver­ständnis für das sen­sible Gleich­ge­wicht der Natur zu fördern und einen acht­samen Umgang mit der Natur vor­zu­leben. Natur und Kli­ma­schutz habe für uns einen hohen Stellenwert.

Diese beschrie­benen Grund­sätze unserer Erleb­nis­päd­agogik (Ori­en­tierung an den Teil­neh­menden / Par­ti­zi­pation, Pro­zess­be­gleitung, Berück­sich­tigung sys­te­mi­scher Erkennt­nisse, eine pro­fes­sio­nelle päd­ago­gische Haltung, Natur­schutz etc.) sind uns nicht nur in der Arbeit mit Gruppen, sondern auch in der Erleb­nis­päd­agogik-Aus­bildung wichtig. Sie zeigen sich in den Aus­bil­dungs­in­halten und prägen den Umgang mit den Aus­zu­bil­denden (Vor­bild­funktion). Wir haben uns deshalb bei­spiels­weise bewusst für ein modu­lares System ent­schieden in dem sich die Aus­bil­dungs­teil­neh­menden ent­spre­chend ihren Bega­bungen und Bedürf­nissen in unter­schied­lichen Wahl­mo­dulen spe­zia­li­sieren können. Mit der Zwi­schen­stufe ‚Erleb­nis­guide MBS‘ legen wir einen Schwer­punkt auf erleb­nis­päd­ago­gi­sches Arbeiten in lang­zeit­päd­ago­gi­schen Set­tings (z.B. eigene Wohn­gruppe, eigene Jung­schar). Außerdem bietet diese Zwi­schen­stufe eine Chance für all die­je­nigen, die erst einmal in die Erleb­nis­päd­agogik rein­schnuppern wollen und / oder erleb­nis­päd­ago­gische Methoden im Rahmen ihrer aktu­ellen beruf­lichen oder ehren­amt­lichen Tätigkeit ein­setzen wollen. Für eine gute erleb­nis­päd­ago­gische Arbeit sind uns Koope­ra­tionen wichtig. Auf diesem Hin­ter­grund enga­gieren wir uns unter anderem im Bun­des­verband Indi­vidual- und Erleb­nis­päd­agogik e.V. (be). Wir sind der Meinung, dass wir in den unter­schied­lichen Bereichen der Erleb­nis­päd­agogik von den Erfah­rungen anderer Anbieter und Ein­rich­tungen pro­fi­tieren können und geben an dieser Stelle unser Wissen und unsere Erfah­rungen weiter. Außerdem setzen wir uns mit unserem Enga­gement im Bun­des­verband Indi­vidual- und Erleb­nis­päd­agogik e.V. (be) für eine stärkere Pro­fes­sio­na­li­sierung der Erleb­nis­päd­agogen und für das Ent­wi­ckeln von Qua­li­täts­stan­dards ein.


[1] Bun­des­verband Indi­vidual- und Erleb­nis­päd­agogik 2015: Infor­ma­ti­ons­bro­schüre Erleb­nis­päd­agogik mit Qua­lität. 2. Auflage. Ver­öf­fent­licht auf der eigenen Homepage. online unter: http://www.bundesverband-erlebnispaedagogik.de/be/media/extras/download/15–11_be_infobroschuere_erlebnispaedagogik_final _nm.pdf. S.6

[2] Abstreiter, Roland / Zwerger, Reinhard / Zwerger, Raphaela 2017: Außen handeln – innen schauen. Sys­te­mische Pro­zess­be­gleitung in der Erleb­nis­päd­agogik. Augsburg: Ziel.

ERLEB­NIS­PÄD­AGOGIK MIT QUALITÄT

Seminarprogramm: Erlebnispädagogik Service

Unsere Pro­gramme sind vom Bun­des­verband Indi­vidual- und Erleb­nis­päd­agogik (be) mit dem Güte­siegel beQ zer­ti­fi­ziert. Infor­ma­tionen zum Güte­siegel und den dazu­ge­hö­rigen Stan­dards finden sie auf www.bundesverband-erlebnispaedagogik.de
Wir haben uns mit der Zer­ti­fi­zierung dazu ver­pflichtet nach den Qua­li­täts­stan­dards des Bun­des­ver­bandes Indi­vidual- und Erleb­nis­päd­agogik zu arbeiten. Dies bedeutet, sie bekommen bei uns Pro­gramme, die mit Sicherheit Qua­lität haben. Zu unseren Stan­dards gehören unter anderem: 

  • Ein indi­vi­duell für Sie und ihr Team kon­zi­piertes erleb­nis­päd­ago­gi­sches Programm
  • Moti­vierte Trainer die nach den Stan­dards des Bun­des­ver­bandes für Indi­vidual- und Erleb­nis­päd­agogik (be) arbeiten
  • Ab 16 Teil­nehmer 2 Trainer pro Gruppe
  • Reflexion und Transfersicherung
  • Ein- bis mehr­tägige Trainings
  • Ein­malige oder lang­fristige Projekte
  • Ver­an­stal­tungsort ent­spre­chend Ihren Wün­schen, in einem von Ihnen aus­ge­suchten Ort oder bei einem unserer Kooperationspartner


Erleben Sie Team­geist durch gemeinsame Aktionen und stärken Sie Ihre Gruppe durch ziel­ge­richtete und pra­xis­ori­en­tierte Trainings.